Stottern kommt als eigenständige Störung vor, über deren Ursachen
verschiedene Theorien existieren. Daneben kann Stottern auch als Folge eines körperlichen
oder psychischen Traumas entstehen, oder infolge einer neurologischen Erkrankung
auftreten. Das nicht dieser Art "erworbene" Stottern tritt im frühen
Kindesalter zum ersten Mal auf. in den meisten Fällen verliert sich die Störung
in der Pubertät wieder, doch ein Teil der Betroffenen behält diese Störung
ein Leben lang zurück.
Therapeutische Ansätze können in diesen Fällen so gut wie niemals
eine wirkliche Heilung bringen und alle Symptome zum völligen Abklingen
bringen, sondern nur durch verschiedene Methoden die vorhandenen Symptome modifizieren
oder mildern.
Hierbei können verhaltenstherapeutische Strategien genauso zum Einsatz
kommen wie Vorgehensweisen der mentalen Umstrukturierung von Sprechverhalten,
um angstfreies Sprechen zu erreichen, oder auch Techniken aus der Gesangslehre
sowie Atem- und Stimmtechnik.
Alle diese Ansätze zielen darauf ab, den Betroffenen zu ermöglichen,
in verschiedenen Situationen des Lebens stotterfreier zu sprechen. Herauszufinden,
welche Methoden es gibt, und welche für den einzelnen Stotterer in Frage
kommt, ist ein Prozess des individuellen Suchens und Erprobens.
Dieser Prozess ist im Kreise von ebenfalls Betroffenen, wie ihn Selbsthilfegruppen
bieten, leichter zu durchleben, weil der Einzelne von den Erfahrungen und Anregungen
anderer profitieren kann und sich darüber hinaus in Fachvorträgen,
die in Zusammenarbeit mit solchen Grippen veranstaltet werden, gezielt informieren
kann. Die freundschaftlich geprägte Atmosphäre in solchen Gruppen
hilft, eigene Hemmungen und Ängste zu überwinden, und kann dazu motivieren,
sich Möglichkeiten zu öffnen, das eigene Stottern besser in den Griff
zu bekommen.