Nachdem die Metropole im Anschluss an den 2. Weltkrieg in vier Regierungsbezirke aufgeteilt wurde und schließlich zu einer für lange Jahrzehnte dauerhaft zweigeteilten Stadt mutierte, hat sich Berlin seit der Wiedervereinigung Deutschlands erneut als kulturelles und politisches Zentrum von Weltrang etabliert, ungeachtet der großen Budget-Probleme, die der Finanzhaushalt der deutschen Hauptstadt zu schultern hat.
In einer Millionenstadt prallen verschiedenste menschliche Strömungen und eine Vielzahl von Einzelschicksalen aufeinander, und so bildet Berlin einen Schmelztiegel, in dem Menschen von verschiedener Nationalität und aus den vielfältigsten kulturellen Umständen kommend zusammenleben.
Dies geht definitiv nicht immer problemlos ab, und so kommt es immer wieder zu Situationen, in der Einzelne sich mit Situationen konfrontiert sieht, die das alltägliche Leben erschweren.
Die persönliche Lebensgestaltung und auch das soziale Miteinander in einer Millionenstadt gestaltet sich für den Einzelnen oft schwierig. Persönliche Probleme bedürfen der Hilfe, um überwunden zu werden, aber der oft familiär-stützende Rahmen, der sich oftmals in einer Kleinstadt oder ländlichen Gemeinde bietet, fehlt in der oftmals anonymen Lebenssituation einer Millionenstadt.
In Berlin bieten sich hierfür jedoch zahlreiche Hilfsangebote für Bürger, die sich in einer schwierigen persönlichen Lage befinden und Rat und Hilfe benötigen, kurzfristig oder auch dauerhaft.
Zum Teil werden derartige Hilfsangebote von offizieller Seite aus organisiert. Darüber hinaus decken jedoch private Selbsthilfegruppen, die oftmals von Betroffenen selbst ins Leben gerufen werden, einen sehr wichtigen Bereich bei der Beratung und Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen ab.
Selbsthilfegruppen bieten Hilfe zur Selbsthilfe, Therapie unterstützende Angebote, gezielte Informationsangebote sowie der persönliche Austausch von Erfahrungen im Kreise von Betroffenen. All dies sind wichtige Impulse, die für Rat und Hilfe sorgen können. Der vertraute Rahmen einer Selbsthilfegruppe bietet darüber hinaus ein Umfeld, das es Betroffenen und ihren Angehörigen ermöglicht, soziale Isolation abzubauen und in einem Umfeld konstruktiv an problematischen Lebenssituationen zu arbeiten, das durch Akzeptanz und Miteinander geprägt ist.
Das Angebot an Selbsthilfegruppen in einer Großstadt wie Berlin ist vielfältig. Es finden sich Gruppen für verschiedenste problembelastete Lebenssituationen und Krankheitsbilder, sowohl für körperliche Erkrankungen als auch für psychologische Störungen und Probleme.
Für Suchtverhalten wie Nikotinsucht, Alkoholismus und Drogenkonsum, aber auch für psychosozial geprägte Störungen wie zum Beispiel Kaufsucht, Messie-Problematiken, Spielsucht u.v.a.m. bieten Selbsthilfegruppen eine Chance für Hilfesuchende, an ihrer Situation zu arbeiten. Eltern von Kindern mit Lernstörungen (Legasthenie etc.) finden in einer Selbsthilfegruppe genauso ein hilfreiches und sozial aktives Umfeld wie chronisch Kranke und deren Angehörige, die ihr Leben aufgrund einer schweren Erkrankung neu ausrichten müssen.
Der Rahmen einer Selbsthilfegruppe stützt und motiviert, weil hier im Kreise von Betroffenen verständnisvolle Hilfe geleistet und konstruktive Hilfestellung und Motivation geboten wird.