Hierbei kommt es dann nach und nach zu dramatischer Gewichtsreduktion, doch die Betroffenen sind nicht in der Lage, die Veränderung ihres Körpers so zu werten, dass das Gefühl, zu dick zu sein, irgendwann verschwindet. Diese Unfähigkeit einer realistischen Selbstwahrnehmung führt in vielen Fällen zu lebensbedrohenden Zuständen der Unterernährung, die sogar bis zum Tod führen können.
Die dauerhaft mangelhafte Versorgung des Körpers mit lebenswichtigen Nährstoffen kann in körperliche Erkrankungen und langanhaltenden oder sogar chronischen Folgeschäden münden. Außerdem treten durch den Zustand der dauerhaften Unterversorgung Störungen im Hormonhaushalt des Körpers auf.
Der größte Teil der von Magersucht Betroffenen ist weiblich. Die Krankheit tritt zumeist im Teenager-Alter auf. Es gibt allerdings Fälle von Magersucht, die sich bereits vor der Pubertät ereignen, wobei in diesen Fällen durch den im Krankheitsverlauf geschädigten Hormonhaushalt der körperliche Reifungsprozess gestört wird. Magersucht kann auch erst im Erwachsenen-Alter auftreten.
Herkunft bzw. Ursachen für Magersucht sind individuell verschieden. Neben einem übersteigerten Streben nach Erreichen des auf Schlankheit basierenden westlichen Schönheitsideals liegen häufig Auffälligkeiten und Störungen im familiären Kontext der Betroffenen zu finden. Diese Ursachen zu ermitteln und dann an ihnen zu arbeiten kann daher z.B. durch familientherapeutische Ansätze oder auch durch psychoanalytische Therapieformen geschehen.
Sich der eigenen Krankheit bewusster zu werden und sich mit ihr auseinanderzusetzen kann, in einem ersten Schritt, in einer Selbsthilfegruppe für an Magersucht Erkrankten geschehen. Der Austausch mit anderen Betroffenen, individuelle Beratung und fachspezifische Informationsveranstaltungen können erste Impulse liefern und die Motivation von Betroffenen fördern, sich mit ihrer Krankheit auseinanderzusetzen und nach Lösungsansätzen zu suchen.