Die Fehler, die ein Kind mit Legasthenie macht, unterscheiden sich zunächst nicht von jenen Fehlern, die alle Kinder beim Erlernen der Schriftsprache machen. Bei Kindern mit Legasthenie verschwinden diese anfänglichen Fehler jedoch nicht, und sie haben zudem auch fast keine Konstanz: Ein Wort kann auf viele verschiedene Weisen falsch geschrieben werden.
Je früher Legasthenie bemerkt und diagnostiziert wird und dann gezielte Förderdung angeboten werden kann, desto besser sind die Chancen, dass die auftretenden Schwächen zu einem guten Teil kompensiert oder möglicherweise sogar völlig ausgeglichen werden können. Das reine Antreiben eines Kindes zu noch mehr Üben bringt dagegen keinerlei wirkliche Lernerfolge, da das Kind durch Auswendigkernen der geforderten Inhalte Fehler umgeht, statt sie tatsächlich zu vermeiden.
Der Austausch im Rahmen einer Selbsthilfegruppe, über eigene Erfahrungen mit Legasthenie und in der Erziehung von Kindern mit Legasthenie, kann in der Interaktion mit anderen Betroffenen dazu beitragen, neue Impulse aufzunehmen, Wissen weiterzugeben und Motivation zuschaffen, sich den Herausforderungen zu stellen, die diese Lernstörung für alle Beteiligten mit sich bringt.
Die häufig durch Selbsthilfegruppen angebotene Vermittlung von Informationen in Form von Vorträgen durch pädagogische oder psychologische Fachreferenten ist ein weiteres Plus, das es Eltern von Kindern mit Legasthenie einen entscheidenden Wissensvorsprung zu gewinnen.