Als Kaufsucht wird eine psychische Störung bezeichnet, die bei den Betroffenen zwanghaftes Kaufverhalten auftreten lässt, ohne dass die erworbenen Güter tatsächlich gebraucht würden. Es ist nicht das Ziel, die erworbenen Waren zu besitzen – vielmehr ist der Vorgang des Kaufens selbst, der in dem Betroffenen den zwanghaften Drang zum Kaufen für eine Weile beruhigt.
Oftmals werden gleichartige Güter in vielfacher Zahl gekauft – ein bekanntes Beispiel hierfür ist das übermäßige Kaufen von Schuhen, die, genau wie andere Waren, die im Zuge einer solchen Impulskontrollstörung erworben werden, zu Hause dann oftmals sogar unausgepackt und ungenutzt aufbewahrt oder auch ganz einfach weggeworfen werden.
Der Verlauf dieser zwanghaften Handlung entbehrt jedweder materiellen Notwendigkeit und ergibt auch keinen nachvollziehbaren logischen Sinn. Die Betroffen sind sich dieser Tatsache auch sehr wohl bewusst, was es ihnen aber trotzdem nicht ermöglicht, ihr Verhalten aus eigener Kraft unter Kontrolle zu halten. Ein bewusster Verzicht bzw. das Unterdrücken des Kaufdrangs kann zu regelrechten Entzugserscheinungen führen.
Weil Kaufsucht in Deutschland nicht als Krankheit definiert wird, gibt es hier praktisch keine eigenständigen Behandlungs- oder Therapieformen für diese Störung. Verhaltenstherapeutische Ansätze können hilfreich sein. Für Betroffene ist es auf jeden Fall wichtig, sich mit ihrer Sucht auseinanderzusetzen – Ursachen zu erkennen und zu benennen ist hierbei genauso ein Ziel wie das Bewusstwerden über mögliche Konsequenzen, zum Beispiel massive finanzielle Probleme durch das zwanghafte Kaufen.
Am weitesten verbreitet ist die Möglichkeit, dass Kaufsüchtige in Selbsthilfegruppen Rat und Hilfestellung finden können. Im Kreise von Mitmenschen, die das gleiche Problem haben, und wo ehemalige Kaufsüchtige als Berater echtes Verständnis für die Situation aktuell Betroffener zeigen und dennoch auch konstruktive Hilfen geben können, wie dem Problem zu Leibe gerückt werden kann.