Bei im allgemeinen normaler / altersgemäßer Ausprägung der Intelligenz fallen Menschen mit Asperger zum einen durch die eingeschränkte Fähigkeit auf, nonverbale und begleitende Signale von Botschaften n der Kommunikation mit anderen und bei der allgemeinen Informationsaufnahme adäquat wahrzunehmen. Kennzeichnend für Asperger ist auch die Ausrichtung des Menschen mit Asperger auf stereotype Interessen Aktivitäten und die Fixierung auf ritualisierte Handlungsabläufe.
Die Einordnung von Asperger in einen bestimmten Bereich (Krankheit? Störung? Variante der menschlichen Informationsaufnahme und –verarbeitung?) wird von sowohl von Betroffenen selbst wie auch von der Fachwelt sehr uneinheitlich gesehen. Unstrittig ist jedoch, dass Komplex der Auffälligkeiten des Asperger-Syndroms Überschneidungen mit dem frühkindlichen Autismus aufweist.
Die oftmals großen Probleme von Kindern mit Asperger in der Schule entstehen dadurch, dass trotz normaler und zum Teil hoher Intelligenz die Konzentration nicht willentlich so gesteuert werden kann, dass sie den Abläufen des Unterrichtsgeschehens angepasst ist. Deshalb ist bei der Diagnose von Asperger auch die Abgrenzung zum Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) sowie dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom mit Hyperaktivität (ADSH) zu beachten.
Die genannten Beeinträchtigungen und Besonderheiten bergen jedoch häufig für Betroffene das Potenzial für große Stärken, zum Beispiel im Bereich der allgemeinen Wahrnehmung, der Selbstbeobachtung, sowie der Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistungen. Selbst gewählte Spezialinteressen können mit Leidenschaft gepflegt werden und führen zu oft beeindruckenden Ergebnissen, sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen. Dies kann bis zu sogenannten "Inselbegabungen" gehen, also einer weit überdurchschnittlichen Hochbegabung in einem bestimmten Themenbereich.