Das Problem als solches wird von Alkoholkranken oft geleugnet oder bagatellisiert; eine Problemeinsicht für das Suchtverhalten ist in diesen Fällen nicht vorhanden oder wird unterdrückt. Alkohol kann allerdings auch körperlich und geistig schädigende Wirkung haben, ohne dass eine tatsächliche Sucht vorliegt.
Eine Alkoholerkrankung verläuft oft schleichend und wird nicht als solche wahrgenommen. Auch ist der Krankheitsverlauf keineswegs einheitlich, wodurch eine Eingrenzung und Diagnose im Einzelfall oft genug erschwert wird.
Die Auswirkungen einer Alkoholerkrankung wie auch die Ursachen für das Suchtverhalten bedingen individuelle Ansätze der Hilfe und Therapie. Abgesehen von der medizinischen Behandlung von körperlichen Sekundär- und Folgeschäden des übermäßigen und dauerhaften Konsums von Alkohol gilt es zunächst, den eigentlichen Entzug durchzumachen, also die konsequente Entwöhnung mit dem Ziel des völligen Verzichts auf den Genuss von Alkohol in jedweder Form. Hierzu bedarf es als Grundlage der Motivation des Alkoholkranken selbst.
Das Leben konsequent alkoholfrei zu gestalten ist für ehemalige Abhängige ein lebenslang anhaltender Prozess. Das Risiko eines Rückfalls in die Sucht ist jederzeit gegeben; einen solchen Rückfall zu vermeiden, erfordert ein hohes Maß an Selbstkontrolle und Ich-Stärke.
Hierbei kann die Unterstützung durch andere von großer Wirkung sein, um die eigene Motivation aufrecht zu halten und sich besonders auch über die persönlichen Ursachen des Alkoholkonsums bewusst zu werden. Daher bieten neben den klassischen Hilfsformen der Psycho- und Verhaltenstherapie Selbsthilfegruppen eine wertvolle Möglichkeit, im Kreise von ebenfalls Betroffenen an sich zu arbeiten und die eigene Motivation für das Erreichen einer Veränderung aufzubauen und aufrecht zu halten.